Das Vermögen der Bayerischen Forschungsstiftung wurde in den ersten 10 Jahren seit der Gründung überwiegend aus dem gesetzlich festgelegten Anspruch gegen den Freistaat Bayern auf Zuweisung der Erträge aus dessen Beteiligung an der VIAG AG gebildet. Dabei nutzte die Stiftung 50 % der zufließenden Mittel zum Aufbau ihres Kapitalstocks. Zusätzliche Haushaltsmittel sowie Zustiftungen sorgten dafür, dass in den vergangenen Jahren Fördermittel von ca. 20 Mio. € pro Jahr bereitgestellt werden konnten. Diese Größenordnung gilt es zu erhalten.
Im Jahr 2010 genehmigte der Vorstand nach Prüfung durch unabhängige Gutachter und den Wissenschaftlichen Beirat 42 neue Projekte, davon 12 Kleinprojekte mit einer Fördersumme unter 50 T€ und 2 neue Forschungsverbünde. Insgesamt sind hierfür im Jahr 2010 Fördermittel in Höhe von rd. 19,2 Mio. € bewilligt worden.
In den letzten Jahren gingen bei der Stiftung jährlich durchschnittlich rd. 100 Antragsskizzen ein. Das förmliche Antragsverfahren durchlaufen jährlich ca. 60 Anträge. Davon kommen ca. 35-45 Anträge zur Förderung. Das Antrags- und Entscheidungsverfahren führte dazu, dass zur Zeit von der Stiftung rd. 150 Forschungsprojekte gefördert und betreut werden.
Die Stiftung förderte bislang 37 Forschungsverbünde; im Jahre 2010 nahmen die Forschungsverbünde ForLärm (Volumen 4,17 Mio. €, davon 1,90 Mio. € Förderung) und ForFood (Volumen 4,30 Mio. € , davon 2,12 Mio. € Förderung) ihre Arbeit auf.
Entsprechend der Schwerpunktsetzung der Forschungsstiftung seit 2001 ergibt sich für die Zeit von 2001 bis Ende 2010 folgende Aufteilung der bewilligten Fördermittel auf die acht Schwerpunktbereiche:
| Technologiefeld | Förderbetrag (Mio. €) | % |
|---|---|---|
| Life Sciences | 56 | 26 |
| Prozess- und Produktionstechnik | 46 | 22 |
| Materialwissenschaft | 27 | 13 |
| Energie und Umwelt | 25 | 12 |
| Informations- und Kommunikationstechnologien | 20 | 9 |
| Mikrosystemtechnik | 15 | 7 |
| Mechatronik | 15 | 7 |
| Nanotechnologie | 8 | 4 |
| Insgesamt bewilligt von 2001 bis Ende 2010 | 212 | 100 |
In einem Soll-Ist-Vergleich wird jedes von der Stiftung geförderte Projekt anhand von jährlichen Zwischenberichten und eines ausführlichen Abschlussberichtes überprüft.
Zudem führt die Stiftung seit 2002 ca. 1 bis 2 Jahre nach dem Ende der von ihr geförderten Projekte Umfragen bei den beteiligten Partnern durch, um eine wirtschaftliche Verwertung und Wertschöpfung aus den gewonnenen Forschungsergebnissen beurteilen zu können. Ein wissenschaftlich ausgearbeiteter Fragebogen liefert der Stiftung statistisch auswertbare Daten. Die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Evaluation von insgesamt ca. 200 in den letzten Jahren abgeschlossenen Projekten lassen sich so zusammenfassen:
In 52 % der Projekte sind unerwartete zusätzliche Forschungsergebnisse entstanden. Das ist für die Bayerische Forschungsstiftung die Bestätigung, dass das hohe Risiko der Projekte erhebliches Potenzial freisetzt und die Stiftung ihren Auftrag als „Forschungsstiftung“ erfüllt. Bestätigt wir dies dadurch, dass aus über der Hälfte der geförderten Projekte Patente, national bis weltweit, hervorgegangen sind. In 63 % der Fälle schätzen die befragten Unternehmen den wirtschaftlichen Wert, den die Wissenschaftspartner in das Projekt einbringen, als hoch bis sehr hoch ein. Zwei Drittel der Befragten schätzen das Realisierungsrisiko des jeweiligen Projekts als hoch bis sehr hoch ein. Trotz der durchwegs hohen Risikoeinschätzung konnten in 94 % der Fälle die angestrebten Ergebnisse erreicht werden. In über 10 % der Projekte gaben die Beteiligten an, dass ihre Erwartungen sogar noch übertroffen wurden. Beide Seiten, Wirtschaft und Wissenschaft, profitieren von den Projekten, der gemeinsamen Zusammenarbeit und dem damit verbundenen direkten Wissenstransfer. Die Zahlen sprechen für sich: In fast 80 % der ausgewerteten Fälle wäre ohne die Förderung nicht in Kooperation geforscht worden.
Seit Einrichtung dreier Programmlinien zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit im Jahre 1997 bewilligte die Stiftung für insgesamt knapp 140 Doktoranden- bzw. rd. 75 Post-Doktorandenstipendien sowie über 180 Projekte im Programm Internationale Zusammenarbeit bislang folgende Zuschüsse:
| Programm Internationale Zusammenarbeit | 1,69 Mio. € |
| Stipendien für Doktoranden | 7,06 Mio. € |
| Stipendien für Post-Doktoranden | 2,08 Mio. € |
Bisher konnten mit diesen 3 Programmen mit über 50 Ländern weltweit wissenschaftliche Kooperationen durchgeführt werden.
Alle Angaben beziehen sich auf den Stand 31.12.2010.