Assistentensystem für die Integrierte Größen- und Preisoptimierung (DISPO)
Die richtige Größe (rechts) zum richtigen Preis (links) am richtigen Ort: Assistenzsystem für die Disposition im Filialeinzelhandel
Textildiscounter bauen auf kurze Produktzyklen und kleine Mengen in den Filialen. Der große Anteil von Aktionsware gegenüber Sortimentsware erfordert eine bedarfsnahe Belieferung, da Nachbelieferungen wegen langer Lieferzeiten unmöglich sind. Insbesondere müssen jeder Filiale die Produkte in passenden Konfektionsgrößen geliefert werden.
Ein halbes Jahr vor Verkaufsbeginn muss Ware geordert werden. Zur Vereinfachung des Warenumschlags werden nach Größen vorsortierte Pakete (Lots) bestellt, etwa vom Lottyp 1xS, 1xM, 2xL, 1xXL. Um die Logistik schlank zu halten, darf es nur wenige Lottypen geben. Größenoptimierung bedeutet: Finde eine Menge von Lottypen und eine Liefermenge in Lots für alle Filialen, so dass jede Filiale eine möglichst bedarfsnahe Größenverteilung des Produkts erhält.
Da die ganze Ware noch in der Saison abverkauft werden muss, kann man mit dem Preis die Abverkaufsgeschwindigkeit beeinflussen. Preisoptimierung bedeutet: Setze zu den festgelegten Preisreduzierungszeitpunkten neue Preise fest, so dass der erwartete Ertrag maximal wird.
Größen- und Preisoptimierung werden bislang rein heuristisch bearbeitet. Ziel ist die Entwicklung eines Assistentensystems, das Größen- und Preisoptimierung integriert betrachtet: Die Größen sollen so verteilt werden, dass bei bestmöglicher Preisreduzierung der größte erwartete Ertrag herauskommt.
Mathematiker sollen die Aufgabenstellung mit Methoden der stochastischen ganzzahligen linearen Optimierung im Projekt lösen. Hierbei sollen Feldversuche die Modelle evaluieren. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen wie Kostenfaktoren oder Abzinsungsparameter werden dabei durch die Beteiligung von Betriebswirten im Projektteam ermittelt.

drucken
