2011 Einzelprojekt

Automatisierte Hördiagnostik und Hörgeräteanpassung

Die meisten Schwerhörigen können nur mit einem Hörgerät behandelt werden. Ein neues Messsystem soll die Hördiagnostik und die Hörgeräteanpassung vereinfachen.

Otobox: Integration aller für die Hörgeräteanpassung relevanter Hörtests

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation leiden 350 Millionen Menschen an Hörstörungen. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich um Innenohrfunktionsstörungen, die nicht medikamentös oder operativ geheilt oder verbessert werden können. Daher kommt ein großer Personenkreis für ein Hörgerät in Betracht.
Um die technischen Möglichkeiten mehrkanaliger Dynamikkompressionshörgeräte voll ausschöpfen zu können, sollen neben den herkömmlichen subjektiven Tests physiologische Tests eingesetzt werden. Mit ihnen lässt sich differenziert die Hörstörung auf verschiedenen Stufen der Hörbahn quantitativ und mit hoher Frequenzauflösung erfassen.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Messsystems für alle relevanten Hörtests in der Hörgeräteanpassung (Otobox). Durch weitgehend automatisierte Steuerung der Messabläufe auf der Basis von Expertensys­temen soll eine umfassende Hördiagnostik bei minimaler Untersuchungsdauer erreicht werden. Aus den Kenngrößen der gestörten Hörfunktion sollen Hörgeräteanpassparameter abgeleitet und über eine geeignete Schnittstelle dem Hörgeräteanpasssystem übermittelt werden (Otofit).
Es soll ein kompaktes, mobiles, modular aufgebautes Messsystem entstehen, das in Kliniken und Arztpraxen, bei Reihenuntersuchungen und bei der Anpassung von Hörgeräten beim Hörgeräteakustiker zum Einsatz kommen soll. Otobox und Otofit sollen helfen, Störungen der Sensitivität, Kompression und Trennschärfe der Schall verarbeitenden Systeme der Hörbahn im Detail zu erfassen und die Anpassung von Hörgeräten zu verbessern – im Besonderen bei Kindern und älteren Menschen.

 


Projektfinder
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Projektleitung
Hals-Nasen-Ohrenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München
Klinikum rechts der Isar, Labor für Experimentelle Audiologie
Projektpartner
PATH medical GmbH
Research & Development
Technische Universität München
Lehrstuhl für Realzeit-Computersysteme

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