Diabetes-Früherkennung: Neue Testmethoden
links: Blutproben bayerischer Blutspender – Biomarker erforschen rechts: Bei –42 °C lagern vier Millionen Plasmaproben
Weltweit leiden schätzungsweise 194 Millionen Erwachsene an Diabetes. Tendenz: steigend. Dem Diabetes mellitus Typ 2 (T2DM) gehen mehrere Jahre eines so genannten prädiabetischen Status voraus. Doch die meisten Fälle von T2DM werden erst in einem relativ späten Stadium diagnostiziert, wenn schon irreversible Sekundärerkrankungen aufgetreten sind. Ein Haupthindernis für die Vorbeugung: Es fehlen geeignete Methoden, um Gefährdete früh zu identifizieren.
Das Projekt hat deshalb zum Ziel, Verfahren zur Früherkennung des T2DM zu entwickeln. Hierzu werden die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von T2DM und frühe Krankheitsmanifestationen wie etwa gestörte Glukosetoleranz oder verminderte Nüchternglukose unter den bayerischen Blutspendern bestimmt. Anhand einer weltweit einzigartigen Blutprobenressource beim BRK-Blutspendedienst werden prädiktive Marker, also vorhersagende Substanzen, für die Entwicklung diagnostischer Tests erforscht.
Zunächst werden aus etwa 60.000 Teilnehmern Diabetiker und Prädiabetiker identifiziert. Daten und Blutproben von Diabetes-Kranken, prädisponierten Personen sowie gesunden Kontrollen werden analysiert und mit Blutproben aus früheren Blutspenden frühauftretende Diabetesmarker erforscht. Um vorhandene und neu identifizierte Biomarker auf ihren prognostischen Wert zu untersuchen, werden Proteine analysiert, Metaboliten (Stoffwechselzwischenprodukte) bestimmt und Lipide (Fette) untersucht.
Die Ergebnisse sollen zu einer effektiven Prävention des Diabetes beitragen, die direkten und indirekten Krankheitskosten senken und neue therapeutische Möglichkeiten der T2DM-Behandlung aufzeigen.

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